Die Drachenzähne – Tsunami-Abwehrsystem
Dieses System kann man sich vorstellen wie ein Segel, das mit seiner Spitze in die Richtung zeigt, aus der die Welle kommt. Es liegt passiv am Meeresgrund in flachen Gebieten.
Wenn eine Welle kommt, richtet sie diese Struktur auf. Sie faltet sich durch das Wasser auf. Dabei geht Energie verloren, und die Struktur sieht aufgerichtet aus wie ein Dreieck.
Diese Struktur würde mit der Zeit überwuchern, was sie noch widerstandsfähiger machen könnte. Eine einzelne dieser Konstruktionen würde kaum etwas bewegen. Wenn man allerdings mehrere am Meeresboden auslegen würde, dann könnte ihre gemeinsame Wirkung sehr stark sein. Denn das Wasser bekämpft sich selbst – weil diese Strukturen gemeinsam wie eine Katzenzunge wirken. Dadurch, dass die Welle die Struktur selbst aufrichtet, wird enorm viel Energie in den Meeresboden abgeleitet.
Zudem könnte das System komplett ohne Strom und ohne Vorwarnung auskommen, denn allein die Kraft der Welle richtet die Struktur auf. Das könnte man als Frühwarnsystem nutzen: Indem bestimmte Reihen mit Lichtern und Warnsignalen ausgestattet werden. Sobald sie sich aufstellen, könnten sie vor einer Welle warnen.
Auch könnten diese Strukturen unterschiedlich groß gebaut werden – also an den Bereich angepasst werden, in dem sie zum Einsatz kommen. Jede Reihe könnte quasi mitteilen, wie stark die Welle ist. Man erkennt das daran: Reihe 3 ist vielleicht die letzte Reihe, und diese wird nur selten aktiviert.
Diese Drachenzähne, wie ich sie nenne, müsste man natürlich stabil bauen und fest im Boden verankern. Bei guter Bauweise wird die Kraft in den Meeresboden abgeleitet. Wenn man damit rechnet, dass sich viele Organismen darauf ansiedeln, dann verstärken diese die Struktur: Sie wird schwerer, die Welle braucht mehr Kraft, um an der Struktur vorbeizukommen, und der Reibungswiderstand steigt mit dem Alter.
Zudem ist es auch gut für marine Lebensformen: Sie bekommen viele künstliche Riffstrukturen – Lebensraum und Refugium zugleich.
